So klappt´s bei uns...
... ein großes Aquarium, ein kleines, einige Lufthebefilter, Moos und reichlich Lebendfutter in verschiedenen Größen.
Elternbecken
Wasserwerte
Die Wasserwerte als solche scheinen für die Haltung wenig kritisch zu sein. Bisher haben wir immer Leitungswasser mit einem Teil Osmosewasser verschnitten, bis wir bei etwa kH 2 angekommen sind. Anfangs hatten wir mittelhartes Wasser und der Zuchterfolg stellte sich nicht ein. Doch in dem jetzigen Becken laichen sie auch bei mittelhartem Wasser.
Einrichtung
Über die Beckengröße kann man lange streiten. Es geht ganz klar auch in kleineren Aquarien, Wir haben die Tiere schon in 60 cm Becken zum ablaichen gebracht. Dennoch sind wir der Meinung, dass sie sich z.B. in einem 200 l Becken besser machen. Die Tiere können sich einfach besser entfalten und aus dem Weg gehen. Das bedeutet weniger Stress und äußert sich auch in sichtbar anderem Verhalten.
Das Becken sollte teils dicht bepflanzt und strukturiert sein. So gibt man den Tieren die Möglichkeit, sich zu verstecken, sich aus dem Weg zu gehen und Grenzen abzustecken.
In dem Elternbecken halten wir ein Trio (1m/2w). Aber viele andere Aquarianer arbeiten mit unterschiedlichen Kombinationen und Gruppenstärken. Wichtig ist in unseren Augen aber, dass es sich nicht um ein Gesellschaftsbecken handelt. Garnelen oder gewisse kleine Fische mögen zwar gehen. Aber generell ist es wichtig, dass sich die Zwergkugelfische nicht gestört bzw. gar bedroht fühlen.
Futter
Es sollte möglichst abwechslungsreich gefüttert werden. Zwar tut es den Tieren auch keinen Abbruch, wenn sie eine Woche lang mit Frostfutter und Schnecken gefüttert werden. Aber man merkt schon, dass sie in Schwung kommen, wenn man viel und verschiedenes Lebendfutter reicht.
Daphnien, Blasenschnecken, Mückenlarven, Bachflohkrebse …
Hier ist es von Vorteil eine Reihe kleinerer Becken zur Hand zu haben, um die Futtertiere zu ziehen, bzw. zwischenzulagern. Die Tüte Daphnien aus dem Zoohandel übertrifft halt den Tagesbedarf eines Kugelfischtrios.
Moosschale
Die Tiere laichen in Moos oder z.T. auch in anderen feinfidrigen Laichsubstraten. Die Eier haften aber nicht, sondern fallen hinein bzw. hindurch. Da sie durchsichtig und entsprechend klein sind, fällt das Absammeln oder Absaugen nicht leicht. Wir haben daher eine Glasschale, die wir mit einem Büschel Javamoos befüllt haben, ins Becken gegeben. Die Schale mit dem Moos wird dann entnommen und im Aufzuchtbecken ausgewaschen. Ist man auf eine hohe Ausbeute bedacht, sollte dies regelmäßig erfolgen. Die adulten Weibchen sind nämlich Laichräuber. Zwar beschützt das Männchen das Gelege. Aber besonders gut ist es darin nicht.
Aufzuchtbecken
Einrichtung
Als Jungtierbecken nimmt man am besten ein kleines 12 oder 25 l Aquarium. Zusätzlich kann man auch noch Einhängekästen aus Plexiglas benutzen (-> Gerd-Kasten), um die Tiere unterschiedlicher Alterklassen zu trennen. Die jungen Zwergkugelfische neigen nämlich zu Kannibalismus, sobald der Größenunterschied dies zulässt oder sie nicht ausreichend Nahrung bekommen. Um wirklich ständig nachzuziehen, was die Eltern an Eiern produzieren, sollte man mehr als nur zwei Gruppen bilden…
Wir verzichten auf Bodengrund, um die Reinigung einfacher zu gestalten. Wir geben lediglich etwas Javamoos ins Aufzuchtbecken.
Wir Filtern über Lufthebefilter. Auch der Einhängekasten sollte einen Luftheber (nicht notwendigerweise Filter) besitzen, da es wichtig ist, dass das Wasser gut umgewälzt wird und der hohe Sauerstoffbedarf der Tiere gesichert ist.
Hier bietet es sich an, eine einzelne Membranpumpe zu betreiben und z.B. über ein 4 mm Schlauchsystem und die kleinen Gardena-Ventile die Luft auf die verschiedenen Verbraucher zu verteilen. So betreiben wir auch unseren Behälter zum Artemien brüten direkt neben dem Aufzuchtbecken.
Wasserwerte
Mit weichem Wasser im Aufzuchtbecken haben wir die besten Erfahrungen gemacht. Weiter geben wir noch Seemandelbaumblätter hinzu. So wird verhindert, dass die Eier verpilzen. Beim Aufsetzen haben wir erstmal Wasser aus dem Elternbecken übernommen, in der Hoffnung, dass so von Anfang an mehr Kleinstlebewesen im Becken sind. Es ist weiterhin noch sinnvoll, das Aufzuchtbecken lange einfahren zu lassen.
Als Wassertemperatur wird in anderen Berichten meist von Werten um die 27°C gesprochen. Wir sind soweit damit gut gefahren, haben aber auch nichts anderes ausprobiert.
Ablauf
Eier

Ei, nach ca. 4 Tagen
Die Eier sind anfänglich glasig, klar und bekommen in den folgenden Tagen eine bräunliche fleckige Färbung. Wenn die Eier verpilzen, sollte man sie zügig raus nehmen.
Größe: 1,5mm
Die Eier schlüpfen nach ca. 5 – 6 Tagen.
1. Woche
Futter: keins
Größe: 2 ~ 2,5 mm (wie Eier, nur mit Schwanz)
... einige Minuten alt.

Hier ein wenige Tage altes Jungtier. Das Tier ist knapp über 2mm lang und liegt die ersten Tage eigentlich nur auf dem Boden des Beckens und zehrt in dieser Zeit vom Dottersack. Grundsätzlich können sie sich wohl in dieser Zeit bewegen - tun es aber eigentlich nicht ...
2. Woche
Futter: Microwürmer, später auch Artemianauplien
Größe: 4mm
Die Tiere schwimmen frei durch das Becken und suchen es nach Kleinstlebewesen ab
3. Woche
Futter: Microwürmer, Artemianauplien
Größe: 6 mm
4. Woche
Futter: Microwürmer, Artemianauplien, kleine Daphnien
Größe: 7 mm
Ab 5. ~ 6. Woche
Futter: Artemianauplien,, Daphnien, Tellerschnecken, irgendwann auch kleine Mückenlarven,
Größe: 8-9 mm
In dieser Zeit kann man schon versuchen, die kleineren Mückenlarven zuverfüttern, die sich in den TiefkühlMüLa-Paketen befinden.
Ab 2 Monate
Futter: Mückenlarven, Schnecken, mex. Bachflohkrebse, etc. ...immer mehr wie die Großen
Größe: 12 mm









