Dieses ständige Geheule in verschiedenen Internetforen, frei nach dem Motto, "Ich kann keine Fischfotos machen, ich hab nur eine Kompaktkamera.", geht mir zugegebenermaßen ziemlich auf die Nerven. Man kann durchaus gute Bilder von kleinen Fischen mit normalen Digitalkameras schießen! Ich habe eigentlich auch nicht immer Lust für jedes Bild extra meine SLR zurecht zustecken.
(Dario dario, knapp über 2cm und leicht lediert)
So läuft es bei mir:
Ich steckte eine kleine, selbstgebastelte Softbox über den Blitz. Der Kamerablitz strahlt die Vorderseite der Softbox an und so bekommt man eine größere Lichtquelle, die weniger harte Schatten wirft. Um die Reflektionen auf der Scheibe zu umgehen, hilft eine flexible Streulichtblende, die man auch auf die Scheibe aufsetzten kann.
Die Softbox kann man aus weißem Fotokarton basteln. Als Diffusormaterial nehme ich gebleichtes Backpapier. Irgendwas anderes milchig-durchscheinendes sollte auch funktionieren - spontan fällt mir noch Butterbrotpapier oder z.B. einzelne Lagen eines Taschentuchs ein. Eine Grundfläche von etwa 10x10cm hat sich bei mir als praktisch erwiesen. Die Softbox kann wohl ruhig (anders als auf dem Bild) so lang sein, dass sie fast an die Vorderkante des Objektivs reicht. So werden extrem nahe Objekte noch besser ausgeleuchtet.
Solche Streulichtblenden braucht man nicht als Fotozubehör kaufen. Es gibt im Baumarkt haufenweise Gummi-Dichtungen oder -Manschetten, die dafür infrage kommen. Man muss sie halt nur ggf. noch mit Schere oder Cuttermesser anpassen.
Die Kamera sollte man dazu auf "manuell" und ggf. Makrofunktion anstellen. Lichtempfindlichkeit sollte niedrig eingestellt sein, z.B. ISO 100, Blende f8 und Verschlusszeit auf 1/100. Das ist für die meisten Fischportraits ein guter Ausgangspunkt.









