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...meine Aquarienfotos

DSLR-Ausrüstung

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Mich erreichen in regelmäßigen Abständen Mails, in denen gefragt wird, was ich an Fotoausrüstung benutze oder "was man so für solche Bilder braucht." Ich möchte hier kurz darstellen, was ich wozu an Foto-Ausrüstung benutze.

Vorweg:

  • Die Ausrüstung hilft einem nicht weiter, wenn man nicht weiß, was wie warum anzugehen ist. Ohne sich ein wenig mit Fotografie zu beschäftigen, ist man auch mit einer teuren Ausrüstung aufgeschmissen. Andersherum lassen sich schon beachtliche Fotos mit günstigen Kameras erreichen, wenn man sich etwas damit beschäftigt.
  • Ich interessiere mich eher für die Aquaristik und sehe die Fotografie mehr als Mittel, das zu transportieren oder sichtbar zu machen, was sich bei uns im Aquarium abspielt. Es gibt einen Haufen Leute, die das besser können und auch weit mehr auf Vollendung der Bilder anlegen. Daher der Hinweis, auf dieses Forum: www.aquarienfotografie.net. Dort findet man den einen oder anderen von diesem Schlag.
  • Kleine Ehrenrettung, meine besten Bilder stelle ich mittlerweile bewusst nicht mehr online.

Meine Ausrüstung

  • Kameragehäuse
  • Ein stabiles Stativ, mehrer günstige Stative (Blitze, zusätzliche Lampen)
  • Makroobjektiv
  • Lichtstarkes Standardobjektiv
  • Weitwinkelobjektiv
  • Externes Blitzgerät
  • Blitzkabel
  • Abstandsringe
  • 2-Achsen-Neigekopf
  • 2-Wege-Schlitten
  • Kabelfernauslöser
  • Tonpappe und Stoff (schwarz/weiß)
  • Fotobecken und Gestell
  • Kleine Fotoküvette
  • Mikroskop mit Zubehör
  • Okularadapter
  • T2-Adapter

Das Kameragehäuse selber ist in meinen Augen eine der weniger entscheidenden Komponenten bei der Aquarienfotografie. Die meisten DSLR Bodies sind da eigentlich sehr gut zu verwenden. Und man kann auch guten Gewissens zu den Einsteigermodellen mit Kunststoff greifen. Stabile Magnesiumgehäuse oder Spritzwasserschutz werden erst interessant, wenn man die Kamera draußen nutzt. Was jedoch hilfreich sein kann, ist Spotbelichtungsmessung, obwohl man das auch mittlerweile in mehr und mehr Einsteigerkameras findet.

Übersichtsfoto

Das Thema ist recht übersichtlich. In der Regel stelle ich die Kamera auf einem Stativ davor, stecke den Aquarienfilter aus, um unnötige Bewegung der Pflanzen zu eliminieren, und belichte lange genug. Es empfiehlt sich den Raum zu verdunkeln und helle Gegenstände, die sich in den Aquarienscheiben spiegeln könnten, zu entfernen oder mit dunklem Stoff abzuhängen. Kabelfernauslöser und Spiegelvorauslösung können hilfreich sein, ist aber selten wichtig. Bilder des Aquariums schieße ich meist ohne Blitz, um die Lichtstimmung der Beleuchtung einzufangen. Alternativ kann man aber z.B. von oben in das Becken blitzen. Dabei sollte man meist nicht direkt blitzen, sondern über eine Reflektorfläche um zu harte Schatten zu vermeiden. In Aquarienregalen stecke ich dazu z.B. einfach das Blitzgerät hinter die Verblendung und lasse es nach oben gegen die Unterseite des nächsten Regalbodens blitzen. Hier und da sollte man überlegen, ein Weitwinkelobjektiv einzusetzen. Bei manchen Becken funktioniert das richtig gut, das Aquarium gewinnt dabei an Tiefe und man bekommt als Betrachter den Eindruck vermittelt, man säße "mitten Drin".


Fischportraits

Die üblichen Fischfotos mache ich mit einem Makroobjektiv und einem TTL-Blitzgerät, das mit Hilfe eines Kabels etwas von der Kamera entfernt wird. Ggf. ist auch ein zweites (oder sogar mehr) Blitzgeräte sinnvoll, um das Motiv besser auszuleuchten.

Mit der Kamera sollte man dabei einigermaßen senkrecht zur Scheibe stehen, da sonst Welligkeiten und chromatische Aberrationen des Aquarienglases das Bild ruinieren. Das Motiv wird dann zumindest leicht schräg angeblitzt, damit man keine Reflektionen in der Scheibe einfängt. Oft kann man auch schön von oben ins Aquarium blitzen.

Es macht keinen Sinn, bei diesen Fischfotos die Kamera auf ein Stativ zu setzten. Man muss eh ständig die Kamera bewegen und aufgrund der Blitze bzw. der dementsprechend kurzen Belichtungszeiten hat man eh keine Probleme Freihändig zu fotografieren. Für Blitzgeräte kann ein Stativ manchmal hilfreich sein. Aber wenn ich mit einer einzelnen Lichtquelle arbeite, nehme ich die auch gerne in die Hand, um flexibel zu sein. Viele andere Leute setzten dafür auf Blitzschienen und befestigen so den Blitz direkt an der Kamera.

Die meisten meiner Aufnahmen entstehen mit recht kleiner Blende - f/11 ~ f/16. Meist fotografiere ich halt kleine Fische und, damit trotz des entsprechenden Vergrößerungsfaktors (meist 1:4 ~ 1:2) die Schärfentiefe nicht zu gering wird, wird stark abgeblendet. Belichtungszeit und Blende sollte man fest vorgeben - den Rest macht dann die TTL-Automatik des Blitzes.

Natürlich gibt es zig Abwandlungen, aber die meisten Aquarienfischaufnahmen entstehen so oder ähnlich. Nennenswerte Ausnahe sind sehr stark beleuchtete Meerwasseraquarien mit größeren Tieren - hier kann man oftmals mit lichtstarken Festbrennweiten ohne Blitz gut arbeiten.

Makro-Aufnahmen

Jenseits von Abbildungsmaßstäben von 1:1 steigt der Aufwand an Ausrüstung und Arrangement etwas an.

Die Kamera wird üblicherweise auf ein Stativ mit Neigekopf und Kreuzschlitten platziert. Freihand zu arbeiten, ist bei größeren Abbildungsmaßstäben meist unsinnig. Blitze werde jeweils auf Stative oder ähnliche Halterungen gebracht. Ausgelöst wird die Kamera über Kabelfernauslöser und man sollte daran denken, die Spiegelvorauslösung zu benutzen, da bei höheren Vergrößerungsmaßstäben eben auch der Einfluss von Verwacklungen entsprechend ansteigt. Da man bei solchen Vergrößerungen die Schärfentiefe auch hauchdünn ist, fokussiert man über die Längsbewegung der Kamera.

Es gibt mehrere Wege solch große Abbildungsmaßstäbe zu erreichen. Einerseits kann man die Vergrößerung eines Makroobjektivs erweitern, indem man es in Verbindung mit einer Vorlinse oder Zwischenringen nutzt. Bei Vorlinsen sollte man unbedingt darauf achten, dass man keine zu billigen Exemplare kauft. Zwischenringe hingegen haben den Vorteil, dass sie keine optischen Elemente enthalten, sondern einfach nur das Objektiv etwas von der Kamera wegbewegen - Auszugsverlängerung nennt sich dieses Prinzip. Man erreicht auch schon mit normalen Festbrennweiten ordentliche Ergebnisse in Verbindung mit Zwischenringen, obwohl der Maßstab nicht ganz so groß ist wie bei dem Gebrauch von Zwischenringen+Makroobjektiv. Es gibt auch sog. Balgengeräte. Sie funktionieren genau wie Zwischenringe, nur dass der Abstand mit einer Schiene variabel einstellbar ist. Fantastisches Werkzeug aber eine böse Frickelei. Die sauberste Lösung sind Lupenobjektive, die wirklich für solche Abbildungsmaßstäbe gerechnet sind - z.B. Canon MP-E 65, dort ist auch schon direkt die entsprechende Auszugsverlängerung mit integriert. Ich nutze Zwischenringe, entweder mit meinem Makrobjektiv oder mit einem 50mm Standardobjektiv. Dank der Lichtstärke meines 50mm erscheint ein helleres Bild im Sucher und der Schärfentiefebereich ist geringerer. So ist es möglich präziser zu fokussieren (auf Kosten des Abbildungsmaßstab).

Küvette, Aquarium, Fotografie
Fotoküvette

Bei Makro-Aufnahmen mit großem Abbildungsmaßstab macht es aufgrund des festen Aufbaus und kleine Aktionsradius vor der Linse keinen Sinn in einem normalen Aquarium zu fotografieren, sondern man sollte auf kleine Fotobecken oder Küvetten umsteigen. So kann man auch viel gezielter mit dem Licht arbeiten, kleine Reflektoren (weißes Papier reicht oft) aufstellen, dunkle Hintergründe aufstellen. Ich habe mir für ein kleines Fotobecken ein Gestell mit ausgeschnittenem Boden gebaut. So kann man durch den Boden die Motive von unten fotografieren. Eine kleine Klemmleuchte dient als Hilfslicht, damit das Sucherbild hell genug ist. In vielen Situationen ist ein Winkelsucher hilfreich, bei senkrechter Kamerastellung fast unentbehrlicht. Manche Winkelsucher besitzen eine Lupenfunktion (2-3x). Dies hilft, die genaue Lage der Tiefenschärfe besser auszumachen.

Mikroskop

Es gibt Adapter, um z.B. das T2 Standard-Bajonett mit einem Mikroskop-Tubus zu verbinden. Mit einem weiteren Adapter von T2 auf das jeweilige Kamerasystem kann man eine DSLR-Kamera an Mikroskopen etc. benutzen. Alternativ gibt es auch CCD-Kameras mit USB-Anschluss zu kaufen. Diese werden dann direkt in den Okulartubus geschoben.

Besonders mit einem Auflichtmikroskop kann man in der Aquaristik allerlei interessante Sachen entdecken.

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