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Kohlenstoffdünger

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In der letzten Zeit sind mehrere Produkte auf den Aquaristik-Markt gedrungen, die als flüssiger Kohlenstoffdünger und Wunderwaffe gegen Algen angepriesen werden. Zu diesen Mitteln und der Wirkungsweise gibt es reichlich Diskussionen im aquaristischen Internet. Das Echo dazu fällt sehr unterschiedlich aus, von "Revolution der Aquaristik" bis "gefährlich" oder auch "unnötig". So gleiten die Diskussionen dazu schnell in eine unsachliche Richtung ab und die nüchternen Fakten gehen oft schlicht unter.

Wirkungsweise

Diese Mittel basieren auf Glutaraldehyd (oder auch Glutaral). Dieser Stoff wirkt toxisch auf Algen. Was dieses Mittel aber auszeichnet ist, dass zum einen die Giftigkeit für viele andere Lebewesen geringer ist. Außerdem ist es zügig abbaubar und eine Akkumulation des Wirkstoffes ist ausgeschlossen. Bei dem biologischen Abbau von Glutaral entsteht CO2. Es wird dabei ähnlich wie Zucker und andere Kohlenstoffverbindungen von Bakterien veratmet. Dabei wird Sauerstoff verbraucht. Neben der toxischen Wirkung ist daher bei starker Fehldosierung Ersticken eine weitere Gefahr für die Aquarientiere.

[1],[2]

Toxizität von Glutaral

  • Sehr giftig für Algen - Die meisten Angaben zur Giftigkeit von Glutaral für Süßwasseralgen liegen um oder knapp unter 1mg/l.
  • Sehr unterschiedliche Giftigkeit Für eine Reihe von Wirbellosen liegen sehr unterschiedliche Werte vor.
  • Nicht so giftig für Fische - Bei Fischen werden unterschiedliche Konzentrationen berichtet, meist aber höher. So listet Leung bei einigen Süßwasserfischen Werte für die letale Dosis zwischen 3 und 12 mg/l.
  • Womöglich recht gefährlich für Fischbrut - Schlupfrate, bzw. die Entwicklung von Fischlarven wurde in Experimenten auch bei geringeren Mengen beeinträchtigt.

[1],[2]

Dosierung

Über die genaue Dosierung schweigen sich die Hersteller aus. Um eine Wirkung gegen Algen zu entfalten, sollte die Dosierung bezogen auf das Aquarienwasser aber schon in der Größenordnung 1 ppm liegen. Dem gegenüber steht jedoch der Fakt, dass bei solch geringen Mengen eben auch wenig CO2 anfällt. Bei niedrigeren Konzentrationen würde es auch wirklich keinen Sinn mehr noch von "Kohlenstoffdüngung" zu reden und allgemein sind die anfallenden Mengen CO2 nicht mit den Möglichkeiten einer CO2-Druckgasanlage zu vergleichen. Sehr viel höher kann die Dosierung auch nicht sein, da sonst toxische Effekte auf andere Lebewesen zu erwarten wären und ab ca. 5mg/l die Abbaugeschwindigkeit gebremst würde [1].

Es liegen auch verschiedene Berichte von Aquarianern vor, die labortechnische Analysen vorgenommen haben. Diese bestätigen die Annahme, dass z.B. bei Seachem Flourish Excel oder auch Easycarbo Glutaral entsprechend dosiert wird.

flowgrow.de (oder hier)

indianaquariumhobbyist.com

Glutaral ist im Vergleich mit anderen Algiziden vergleichsweise fischverträglich. Nur steht dem gegenüber, dass diese Mittel dauerhaft eingesetzt werden sollten. Das erhöht zum einen das Risiko langfristiger Auswirkungen auf die Bewohner, zum anderen ist der Gebrauch somit auch mit dauerhaften Kosten für den Anwender verbunden.

 

[1]Hon-Wing Leung: "Ecotoxicology of Glutaraldehyde: Review of Environmental Fate and Effects Studies"
[2]Larissa L. Sanoa, Ann M. Kruegera, Peter F. Landrumb: "Chronic toxicity of glutaraldehyde: differential sensitivity of three freshwater organisms"

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Last Updated on Friday, 11 June 2010 02:13  

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